Die individuelle Förderung für alle Schülerinnen und Schüler ist seit 2010 im § 3 des Hamburgischen Schulgesetzes als grundlegende Aufgabe der Schule und als durchgehendes Unterrichtsprinzip festgeschrieben. Was bedeutet das für die berufsbildenden Schulen?
Die Erkenntnis, dass Lernen stets ein individueller Prozess ist, ist nicht neu. Neu ist allerdings ein vertieftes Verständnis von Lehr- und Lernprozessen und deren Organisation, die das gesamte System Schule vor erhebliche Herausforderungen stellt. Neben dem Perspektiv- und Haltungswechsel der Lehrenden braucht es Freiraum bei der Gestaltung der Lehr- und Lernprozesse für Lehrende und Lernende zugleich. Und es braucht Schulleitungen, die diese Freiräume gewähren und die dazu notwendigen schulorganisatorischen Voraussetzungen schaffen.


Leitlinien

Ein übergreifendes Verständnis zum individualisierten Lernen wird in den 2011 verabschiedeten Leitlinien für die berufsbildenden Schulen in Hamburg beschrieben. Damit gibt es eine klar beschriebene Philosophie, also didaktische Leitlinien, die Gestaltungsfreiraum für die Realisierung


Pilotprojekt

Vier Hamburger berufsbildende Schulen haben sich in einem Pilotprojekt vier Jahre lang mit der Umsetzung der Leitlinien zum individualisierten Lernen auseinandergesetzt. So unterschiedlich die Ausgangssituationen waren, so unterschiedlich waren und sind auch ihre Entwicklungen. Ihre individuellen Erfahrungen und Ergebnisse dokumentiert der Bericht zum Reformvorhaben.


Leitfaden

Im Rahmen der Neuordnung der Büroberufe kooperieren seit 2014 vier weitere berufsbildende Schulen. Aus der Arbeit entstand ein Leitfaden, eine Strukturierungshilfe für die Entwicklung handlungsorientierter Lernsituationen, die individualisiertes Lernen ermöglichen.


Leitfragen

In Qualifizierungen und Beratungen haben Kolleginnen und Kollegen bei der Entwicklung von handlungsorientierten Lernsituationen ihre Fragen gestellt. Diese sind in den Leitfragen zusammengefasst, die sowohl für die Entwicklung als auch zur Evaluation von Lernsituationen genutzt werden können. Zusätzlich gibt es Impulsfragen zur Lernprozessbegleitung.


TRAIN. Transfer im Netzwerk

Wie kann es gelingen, dass alle Hamburger berufsbildende Schulen von den Erfahrungen und Erkenntnissen der vier Pilotschulen und auch von den Erfahrungen der anderen Schulen profitieren? Dazu startete im Januar 2016 das Projekt TRAIN.Transfer im Netzwerk. Der Aufbau des Netzwerkes soll den Austausch über die eigenen Schulgrenzen hinaus ermöglichen und so den kontinuierlichen Entwicklungsprozess unterstützen.