Die seit dem 1.1.2020 neu geordnete Ausbildung zur Pflegefachfrau/ zum Pflegefachmann vereinigt drei Ausbildungsberufe unter einem Dach: Die Gesundheits- und Krankenpflege, die Altenpflege und die Gesundheits- und Kinderkrankenpflege.

Im Pflegeberufegesetz (PflBG) ist die dreijährige Ausbildung geregelt. Sie umfasst 2500 Stunden praktische Ausbildung in verschiedenen Einsatzbereichen der Pflege, wie Krankenhäusern und Kinderkrankenhäusern, Altenpflegeeinrichtungen und ambulanten Pflegeeinrichtungen. Die 2100 Stunden des berufsschulischen Unterrichtes finden in Blockform in der staatlichen Pflegeschule oder an den privaten Pflegeschulen statt. Rechtliche Grundlage ist das Pflegeberufegesetz.


Zugangsvoraussetzung

Voraussetzung für den Zugang zur Ausbildung der Pflegefachfrau oder dem Pflegefachmann sind

  1. der mittlere  Schulabschluss (MSA) oder ein anderer als gleichwertig anerkannter Abschluss oder
  2. der Hauptschulabschluss (ESA) oder ein anderer als gleichwertig anerkannter Abschluss, zusammen mit dem Nachweis
    • einer erfolgreich abgeschlossenen Berufsausbildung von mindestens zweijähriger Dauer,
    • einer erfolgreich abgeschlossenen Assistenz- oder Helferausbildung in der  Pflege von mindestens einjähriger Dauer,
    • einer bis zum 31. Dezember 2019 begonnenen, erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung in der Krankenpflegehilfe oder Altenpflegehilfe von mindestens einjähriger Dauer oder
    • einer erteilten Erlaubnis als Krankenpflegehelferin oder Krankenpflegehelfer oder
  3. der erfolgreiche Abschluss einer sonstigen zehnjährigen allgemeinen  Schulbildung bzw. der erweiterte erste allgemeinbildende Abschluss.
  4. Gesundheitliche Eignung

Struktur & Inhalte

Die reguläre Pflegeausbildung dauert generell drei Jahre:

  • 2.100 Stunden Schulunterricht
  • 2.500 Stunden Ausbildung im Ausbildungsbetrieb

Auf Antrag ist die Verkürzung der dreijährigen Ausbildung möglich. Die Voraussetzungen für eine Verkürzung, bspw. bei abgeschlossener Ausbildung der Gesundheits- und Pflegeassistenz prüft die zuständige Behörde auf Antrag durch den Betreffenden.
Bei Nachqualifizierungen, die über die Arbeitsagentur gefördert werden, ist ebenfalls eine Verkürzung möglich.

Ausbildungsdauer und –inhalte

Die Ausbildung dauert 3 Jahre, in Teilzeitform bis zu 5 Jahre. Nach zwei erfolgreich abgeschlossenen Ausbildungsjahren besteht die Möglichkeit, sich in den Pflegebereichen der Altenpflege oder Gesundheits- und Kinderkrankenpflege zu vertiefen.

Inhalte der Ausbildung sind u. a. die Pflege von akut und chronisch kranken Menschen, die Förderung der Gesundheit von Kinder- und Jugendlichen, die rehabilitative Pflege älterer Menschen und die Unterstützung von Menschen mit psychischen und neurologischen Problemen. Mit dem theoretischen und praktischen Unterricht werden Kompetenzen im pflegerischen, medizinischen und naturwissenschaftlichen Bereich, sowie in der Kommunikation erworben. Darüber hinaus geht es um rechtliche und gesellschaftliche Fragen rund um das Thema Pflege.
Hinzu kommt die praktische Ausbildung im Betrieb.

Die Verkürzung der Ausbildung wird unter bestimmten Voraussetzungen weiterhin möglich sein. Zurzeit befinden sich die neuen Regelungen zum Pflegeberufereformgesetz in der Abstimmung. Deshalb können wir erst ab dem 1.11.2019 konkrete Auskünfte zu den Regelungen geben.

Abschluss

Die Ausbildung schließt mit einer staatlichen Prüfung zur/zum staatlich geprüften Pflegefachfrau/Pflegefachmann ab. Sollte die Vertiefung in der Altenpflege oder Gesundheits- und Kinderkrankenpflege absolviert worden sein, mit den entsprechenden Abschlüssen als Altenpflegerin/Altenpfleger bzw. Gesundheits-/und Kinderkrankenpflegerin bzw. –pfleger.


Finanzierung

Erstausbildung – dreijährig

Die generalistische Ausbildung zum Pflegefachmann, zur Pflegefachfrau wird tariflich vergütet. Im ersten Ausbildungsjahr erhalten Auszubildende durchschnittlich 1100 Euro brutto im Monat, 1150 Euro im zweiten und 1250 Euro im letzten Jahr der Ausbildung.

Nachqualifizierungen in ein- oder zweijähriger Form und Umschulungen können weiterhin bei Bundesagentur für Arbeit beantragt werden.


Anmeldung

Die Berufliche Schule Burgstraße (BS 12) arbeitet mit zahlreichen Betrieben als Kooperationspartner zusammen. Die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz erfolgt bei dem Ausbildungsbetrieb, also der Pflegeeinrichtung. Bitte bewerben Sie sich dort.

Wenn Sie mit einem dieser Betriebe einen Ausbildungsvertrag abschließen, bitten Sie anschließend darum, die Berufsschule für Pflege besuchen zu können. Wenn Ihr Betrieb einen Kooperationsvertrag mit der BS 12 hat, werden Sie ihre Schülerin, ihr Schüler.

Als Ausbildungsbetrieb finden Sie alle erforderlichen Formulare zur Anmeldung Ihres Auszubildenden Download-Bereich der Website der BS 12.

Eine Liste mit weiteren Pflegeschulen in Hamburg finden Sie unter ‚Anbietende Schulen‘.