Bundesweiter Warntag am 10. September

Im Ernstfall gut vorbereitet: Am kommenden Donnerstag, dem 10. September 2026, findet der Bundesweite Warntag statt. Er dient der Erprobung der Warnsysteme, aber auch dazu, die Bevölkerung für mögliche Gefahrenlagen und Bedrohungsszenarien zu sensibilisieren und zur persönlichen Vorsorge aufzurufen. Ein neuer Internetauftritt soll Hamburgerinnen und Hamburgern helfen, für Notsituationen richtig vorzusorgen.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BKK) und die Freie und Hansestadt Hamburg lösen am kommenden Donnerstag, 10. September, eine Testwarnung aus und testen damit die verschiedenen Warnmittel. Hamburg versendet bereits um 10:45 Uhr eine Testmeldung über die Warn-Apps und die rund 1.700 digitalen Stadtinformationsanlagen, um über den Beginn der Sturmflutsaison und den Bundesweiten Warntag zu informieren.

Um 11:00 wird eine Probewarnung in Form eines Warntextes an alle am Modularen Warnsystem (kurz: MoWaS) des Bundes angeschlossene Warnmultiplikatoren geschickt, darunter Rundfunksender, Warn-Apps und Cell Broadcast. Cell Broadcast ist ein Mobilfunkdienst, mit dem Warnnachrichten direkt auf das Handy geschickt werden können.

Eine wichtige Informationsquelle für den Notfall ist zudem die Warn-App NINA, die Notfall-, Informations- und Nachrichten-App des Bundes. Etwa 300.000 Nutzerinnen und Nutzer haben sie bereits auf ihrem Smartphone installiert, um sich mehrsprachig über Gefahren in Hamburg informieren zu lassen. Alle Warnungen und Meldungen werden durch behördliche Stellen nach sorgfältiger Prüfung herausgegeben. Sie liefert daher verlässliche, amtlich gesicherte Krisen- und Katastrophenmeldungen direkt aus erster Hand: https://www.bbk.bund.de/DE/Warnung-Vorsorge/Warn-App-NINA/warn-app-nina_node.html

Zeitgleich zur bundesweiten Probewarnung werden um 11:00 Uhr die mehr als 200 Sirenen im Stadtgebiet ausgelöst. Diese werden grundsätzlich nur bei sehr hoher Gefahr ausgelöst und immer im Zusammenspiel mit weiteren Informationen, zum Beispiel über Warn-Apps, Rundfunk oder Cell Broadcast.

Neben rund 120 Sirenen im sturmflutgefährdeten Gebiet sind zuletzt mehr als 80 Sirenen an zusätzlichen Standorten im gesamten Hamburger Stadtgebiet errichtet worden. Die Sirenen können auch bei einem länger anhaltenden Stromausfall noch mehrfach ausgelöst werden. Das Sirenensignal „Warnung“ – ein einminütiger, auf- und abschwellender Heulton – bedeutet im Ernstfall: „Es besteht eine Gefahr! Informieren Sie sich!“ Die Entwarnung wird um 11:45 Uhr mit einem einminütigen Dauerton der Sirenen signalisiert.

Das Böllerschießen im Bereich des Hafens entfällt zukünftig als Warnmittel. Hamburg setzt damit auf einen zeitgemäßen Warnmittelmix und insbesondere auf moderne, leistungsfähige Warnkanäle, über die die Bevölkerung im Ereignisfall schnell, zuverlässig und möglichst flächendeckend erreicht werden kann.

Zentrale Informationsveranstaltung in Bergedorf mit Schülerinnen und Schülern
Die zentrale Informationsveranstaltung zum Bundesweiten Warntag findet in Hamburg jedes Jahr in einem anderen Bezirk statt. Neben den Hilfsorganisationen im Katastrophenschutz sind auch die Polizei Hamburg und die Freiwillige Feuerwehr sowie Mitarbeitende der Behörde für Inneres und Sport vor Ort präsent und ansprechbar. An verschiedenen Stationen können sich Menschen über Themen des Bevölkerungsschutzes informieren, u. a. welche Vorräte man immer zuhause haben sollte und was unbedingt in einen Notfallrucksack gehört. In diesem Jahr nehmen auch drei Schulklassen an der Veranstaltung teil.

Der Termin findet statt am:

Donnerstag, dem 10. September 2026, 10:30 Uhr bis 12:00 Uhr,
Bahnhofsvorplatz Bergedorf, Am Bahnhof 6, 21029 Hamburg

Vertreterinnen und Vertreter der Presse sind herzlich eingeladen. Es besteht die Möglichkeit mit den Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern und Vertreterinnen und Vertretern der Hilfsorganisationen ins Gespräch zu kommen. Melden Sie Ihre Teilnahme gerne an unter: pressestelle@bis.hamburg.de.

Hamburgs Neuaufstellung im Bevölkerungsschutz
Hamburg verfügt bereits über eine klare, mehrstufige Organisationsstruktur im Bevölkerungsschutz. Polizei und Feuerwehr bilden die zentralen Säulen der Gefahrenabwehr und stellen den Grundschutz, Brandschutz, Rettungsdienst und technische Hilfeleistung sicher. Die Bezirksämter übernehmen bei regionalen Schadensfällen Aufgaben der Gefahrenabwehr, insbesondere bei Evakuierungen, Betreuung und Unterbringung von Betroffenen.

Im Katastrophenfall oder bei überregionalen Großlagen, die einer übergeordneten Koordinierung bedürfen, übernimmt der Zentrale Katastrophendienststab bzw. Zentrale Krisenstab in der Behörde für Inneres und Sport unter Einbeziehung der zuständigen Fachbehörden die zentrale Lenkungsfunktion und koordiniert die Zusammenarbeit von Bezirksämtern, Fachbehörden, Polizei, Feuerwehr, den im Katastrophenschutz mitwirkenden Hilfsorganisationen. Insbesondere die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer im Katastrophenschutz leisten hierbei einen unverzichtbaren und zugleich hoch anerkennenswerten Beitrag zur Gefahrenabwehr und Krisenbewältigung. Das große und leistungsfähige Netzwerk ist Grundlage für eine besonders belastbare und im Schadensfall schnelle Hilfsinfrastruktur.

In Anbetracht der veränderten sicherheitspolitischen Herausforderungen – insbesondere zum Schutz kritischer Infrastrukturen – wurden seit 2024 umfassende Maßnahmen zur Neuausrichtung des Hamburger Bevölkerungsschutzes umgesetzt. So beschäftigt sich die neu eingerichtete Abteilung „Krisenbewältigung und Bevölkerungsschutz“ in der Behörde für Inneres und Sport fortlaufend mit zu erwartenden und bereits bekannten Risikoszenarien für Hamburg und entwickelt gemeinsam mit Fachbehörden und Partnern entsprechende Präventions- und Bewältigungsstrategien. Dazu gehört auch die Etablierung eines Daten- und Informationsmanagementsystems, in dem alle Daten und Informationen zusammenfließen die im einem Krisenfall erforderlich sind. Die Abteilung arbeitet zugleich eng mit allen beteiligten staatlichen und privaten Netzwerkpartnern auf Bundes- und Landesebene zusammen. So entwickelt Hamburg seine Fähigkeiten zur Früherkennung konsequent weiter und verfügt über eine zentrale, koordinierende Instanz um die zivil-militärische Zusammenarbeit und den Schutz kritischer Infrastrukturen zu stärken und Maßnahmen zur Steigerung der Resilienz umzusetzen.

Neuer Internetauftritt zu Bevölkerungsschutz und Krisenvorsorge
Ein wirkungsvoller Bevölkerungsschutz ist zugleich darauf angewiesen, dass auch die Bürgerinnen und Bürger wissen, was in einer möglichen Krise zu tun ist und so einen kühlen Kopf bewahren. Daher investieren die Bundesländer derzeit verstärkt große Anstrengungen, um die Selbstschutzkompetenz der Bevölkerung zu stärken. Mit einer neuen Informationsseite auf hamburg.de stellt die Freie und Hansestadt Hamburg ab sofort alle wichtigen Informationen zur richtigen Bevorratung und dem Verhalten in Krisensituationen zur Verfügung. Dabei orientiert sich Hamburg an den Empfehlungen des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Entscheidend ist nicht nur, einen Vorrat an haltbaren Produkten anzulegen, sondern diesen auch regelmäßig zu überprüfen und abgelaufene oder verbrauchte Produkte zeitnah zu ersetzen. Neben der Vorhaltung von Bargeld, Wasser und Lebensmitteln ist beispielsweise auch dafür zu sorgen, dass die Hausapotheke (inkl. persönlicher Medikamente) aufgefüllt und ein batteriebetriebenes Radio vorhanden ist, um fortlaufend Informationen erhalten zu können. Zudem empfiehlt es sich einen Rucksack für Notfälle bereitzuhalten, der alles enthält, was bei einer kurzfristigen Evakuierung notwendig ist.

Alle Informationen und Checklisten sind ab sofort abrufbar unter: https://www.hamburg.de/krisenvorsorge sowie in Leichter Sprache unter: https://www.hamburg.de/barrierefrei/leichte-sprache/krisen-vorsorge.

Rückfragen der Medien
Behörde für Inneres und Sport
Pressestelle
Telefon: 040 42839 2673
E-Mail: pressestelle@bis.hamburg.de

Die Abbildung zeigt ein Handysymbol mit roten Warnstreifen.
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