„Insgesamt hohe Schüler:innenzahl bleibt weiter große Herausforderung für Schulen“

Bildungssenatorin Bekeris: „Insgesamt hohe Schüler:innenzahl bleibt weiter große Herausforderung für Schulen“

91,5 Prozent der Grundschüler:innen nehmen am Ganztag teil: Hamburger Ganztag ist eine echte Erfolgsgeschichte.

Bildungssenatorin Ksenija Bekeris hat die Statistik zum laufenden Schuljahr 2025/26 vorgestellt: „Hamburgs Schulen erleben weiter einen Schüler:innenzuwachs, jedoch mit knapp ein Prozent den geringsten seit zehn Jahren. Mit 270.904 Schüler:innen erreichen Hamburgs allgemeinbildende und berufsbildende Schulen trotzdem einen neuen Höchstwert. An den allgemeinbildenden Schulen gab es zuletzt 1980, vor 45 Jahren, ähnlich viele Schüler:innen. Diese hohe Schüler:innenzahl bleibt weiter eine große Herausforderung für die Schulen, auch wenn Hamburg inzwischen 21 neue Schulen gegründet und viele bestehende Schulen erweitert hat. Erst für 2029 erwartet die aktuelle Prognose der Kultusministerkonferenz (KMK) für Hamburg ein leichtes Absinken der Schüler:innenzahl. Ich bin Hamburgs Schulleitungen und Kollegien außerordentlich dankbar, dass die Beschulung dieser sehr hohen Anzahl von Schüler:innen nach wie vor so gut gelingt.“

Bekeris weiter: „Besonders freut mich, dass immer mehr Familien ihre Kinder für die schulischen Ganztagsangebote anmelden: Im aktuellen Schuljahr nehmen 91,5 Prozent der Grundschüler:innen am Ganztag teil, so viele wie nie zuvor. Das ist ein großer Vertrauensbeweis in die Arbeit von Schulen und Trägern des Ganztags. Der Hamburger Ganztag ist eine echte Erfolgsgeschichte: Ganztagsangebote können die Chancengerechtigkeit in der Bildung erhöhen und zudem die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen. Sie stärken die gesellschaftliche Teilhabe durch die Vielfalt der Angebote, in Kooperation mit außerschulischen Angeboten etwa in den Bereichen Sport, Kultur und Sprache. Hamburgs Schulen haben bereits seit 2012 flächendeckend Ganztagsangebote, sind damit bundesweit Vorreiter. Deutschlandweit soll der Rechtsanspruch auf einen Ganztagsschulplatz erst ab dem kommenden Schuljahr sukzessive umgesetzt werden.“

Ergebnisse der Schuljahresstatistik 2025/26:
Insgesamt besuchen in diesem Schuljahr 270.904 Schüler:innen die Hamburger allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen – staatlich und privat. Das ist ein erneuter neuer Höchststand. Das Hamburger Schulsystem umfasst aktuell 385 staatliche Schulen (+3) und 83 Schulen in privater Trägerschaft.

Hamburgs allgemeinbildende Schulen besuchen im aktuellen Schuljahr 223.659 Schüler:innen. Das sind 1.742 mehr als im Vorjahr (+0,8 Prozent) und 30.893 mehr als vor zehn Jahren (+16 Prozent) – das entspricht in etwa der Einwohnerzahl eines ganzen Stadtteils etwa der Größe von Bahrenfeld, Lokstedt oder Harburg. Zuletzt hatten Hamburgs allgemeinbildende Schulen im Schuljahr 1980/81 mehr Schüler:innen (224.607), vor 45 Jahren.

Die Aufnahmen von Erstklässler:innen an den Grundschulen haben ihren Hochpunkt (19.521 in 2023) deutlich unterschritten und liegen aktuell nur noch bei 18.739 Schüler:innen. Im Vergleich zu vor zehn Jahren (16.186) werden allerdings nach wie vor sehr viele Kinder in die 1. Klassen aufgenommen. Das entspricht rund 120 Eingangsklassen mehr als 2016, also umgerechnet einem Bedarf von 30 zusätzlichen Grundschulen (mit je 4 Eingangsklassen).

Die insgesamt noch wenig anwachsende Schüler:innenzahl hat zu einem leichten Zuwachs beim pädagogischen Personal um 215 Vollzeitstellen auf jetzt 20.983 Vollzeitstellen geführt.

Der Anteil von Schüler:innen, die an Privatschulen unterrichtet werden, ist in den letzten Jahren um mehr als ein Fünftel und damit deutlich gesunken. Dieser Trend setzt sich aktuell fort: In diesem Schuljahr sind 2.122 Schüler:innen weniger als noch vor zehn Jahren auf den Privatschulen der Stadt. War es 2016/17 noch ein Anteil von 10,7 Prozent aller Schüler:innen, so sind es aktuell nur noch 8,2 Prozent. Hier hatte sich unter anderem das sukzessive Auslaufen einiger katholischer Schulen ausgewirkt.

Der Anteil der (freiwilligen) Klassenwiederholungen hat sich gegenüber den Corona-Jahren wieder normalisiert und liegt aktuell bei 1,1 Prozent über alle Schulformen. An den Gymnasien wiederholen 1,1 Prozent der Schüler:innen eine Jahrgangsstufe, an den Stadtteilschulen 1,6 Prozent und an den Grundschulen 0,7 Prozent. Das Hamburger Programm „Fördern statt Wiederholen“ mit der kostenlosen, aber verpflichtenden schulischen Lernförderung, ermöglicht Schülerinnen und Schüler mit mangelhaften Leistungen Lernrückstände sukzessive aufzuholen. Leicht gesunken ist die Anzahl der Gymnasial-Schüler:innen, die auf eine Stadtteilschule wechseln. Insgesamt sind es aktuell 1.555 Schüler:innen zwischen Klasse 5 und 12. Die meisten Schüler:innen wechselten nach der Beobachtungsstufe, im Anschluss an Klasse 6. Hier sind es aktuell 1.001 Schüler:innen. Weitere 272 Schüler:innen wechselten nach Klasse 10 an eine Stadtteilschule.

Schulabschlüsse: 9.467 Schüler:innen und damit knapp über die Hälfte aller Schulabgänger:innen beendeten ihre Schullaufbahn mit dem Abitur und 890 mit dem schulischen Teil der Fachhochschulreife. Die Abiturquote sank im Vergleich zu den Vorjahren auf aktuell 51,5 Prozent. Das sind vier Prozentpunkte weniger als im ersten Corona-Abiturjahrgang 2020/21. 3.457 Schülerinnen und Schüler erreichten den mittleren Schulabschluss (MSA, 18,8 Prozent) und 3.268 den ersten Schulabschluss (ESA, 17,8 Prozent). Der Anteil der Schulentlassenen ohne Schulabschluss steigt etwas an und liegt aktuell bei 6,3 Prozent. Hier kommt zum Tragen, dass Jugendliche mit Fluchthintergrund oft nicht ausreichend schnell die für einen Schulabschluss nötigen Deutschkenntnisse erwerben konnten. 43 Prozent der Schulentlassenen ohne Abschluss haben einen sonderpädagogischen Förderbedarf.

Schulentlassenen ohne Abschluss bietet das Hamburger Schulsystem die Möglichkeit, nach ihrem Schulabgang im Rahmen einer Berufsausbildung oder im Rahmen anderer Bildungsangebote an den Berufsschulen den Schulabschluss zu erwerben. Viele erlangen auf diesem Weg den Schulabschluss, so dass die Quote der Schüler:innen ohne Schulabschluss in den Jahren nach dem Schulabgang deutlich sinkt.

Hamburg Berufsbildende Schulen verließen insgesamt 14.810 Absolvent:innen. Davon erreichten 3.589 zusätzlich einen allgemeinbildenden Schulabschluss (24 Prozent): 1.105 einen erweiterten ESA (31 Prozent), 1.575 einen MSA (44 Prozent), 694 die Fachhochschulreife (20 Prozent) und 215 die Hochschulreife (6 Prozent). Hamburgs Berufsbildende Schulen besuchen aktuell 47.245 Schüler:innen. Das sind 231 mehr als im Vorjahr.

Immer mehr Hamburger Familien nehmen die flächendeckenden Ganztagsangebote an den Schulen wahr, aktuell nehmen 91 Prozent der Grundschüler:innen am Ganztag teil, ein neuer Rekordwert (2014 waren es noch rund 74,5 Prozent). Knapp die Hälfte aller Grundschüler:innen (46 Prozent) nehmen darüber hinaus an einer Ferienbetreuung teil. Ende 2023 hatte das Institut der Deutschen Wirtschaft in einer Vergleichsstudie festgestellt, dass Hamburg bei der Ganztagsbetreuung an Grundschulen bundesweit die Spitzenposition einnimmt. Zuletzt hatte der Bildungsmonitor 2025 Hamburg einen Bestwert der Förderinfrastruktur mit Ganztagsschulen ausgewiesen.

2010, in den ersten konzeptionellen Ideen für ein Ganztagsangebot an Hamburgs Schulen, war man noch von einer Anmeldequote zwischen 30 und 40 Prozent ausgegangen. Mit dem flächendeckenden Ausbau des Ganztags an allen Schulen 2012 stiegen die Anmeldezahlen immer weiter an auf bereits 74,5 Prozent in 2014, 85,4 Prozent in 2018 und nun 91,5 Prozent in 2025.

Inklusionsquote an Schulen erreicht neuen Höchststand mit 71,5 Prozent
Hamburgs Inklusionsquote, also der Anteil der Schüler:innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf, der an Regelschulen unterrichtet wird, nimmt weiter stetig zu. Aktuell steigt die Quote auf 71,5 Prozent. Das heißt, sieben von zehn aller Schüler:innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf werden an einer Regelschule unterrichtet und nur noch drei an einer Sonderschule (auf Wunsch der Eltern). Vor dem Beginn der Maßnahmen der Inklusion im Jahr 2011 wurden lediglich 35,8 Prozent der Schüler:innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf an einer Regelschule beschult. Bereits vier Jahre später hatte sich die Quote zugunsten der Regelschulen umgekehrt (2015/16: 63,6 Prozent an den Regelschulen). In den letzten zehn Jahren ist die Quote erneut um 5,7 Prozentpunkte angestiegen, auf jetzt 71,5 Prozent. An Sonderschulen werden nur noch 28,8 Prozent der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf unterrichtet (vor zehn Jahren 34,2 Prozent). Zum Vergleich: Deutschlandweit beträgt die Inklusionsquote 44,4 Prozent (2024).

Im aktuellen Schuljahr wurde bei 15.606 Schüler:innen ein sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt (7 Prozent), davon bei 10.942 Schüler:innen und Schülern im Bereich LSE (Lernen, Sprache, emotionale und soziale Entwicklung) und bei 4.664 Schülerinnen und Schülern im Bereich im Bereich spezielle Förderbedarfe. Der leichte Anstieg der Schüler:innen mit sonderpädagogischer Förderbedarf LSE ist eine Folge pandemiebedingter psychosozialer Belastungssituationen sowie im Förderschwerpunkt Autismus die Folge eines deutlichen Anstiegs medizinischer Diagnosen im Autismusspektrum. Innerhalb der Gruppe der zugewanderten Schülerinnen und Schüler ist ein überdurchschnittlich hoher Anteil mit sonderpädagogischem Förderbedarf zu verzeichnen. Dies ist ein weiterer Grund für den Anstieg in den letzten Jahren. Zu beachten ist ebenfalls, dass der Förderbedarf bei neu zugewanderten Schülerinnen und Schüler häufig zeitversetzt festgestellt wird.

Insgesamt steigt der Anteil der Schüler:innen mit Migrationshintergrund (nach Mikrozensus) weiter leicht an. Demnach haben aktuell 54,8 Prozent der Schüler:innen in den Vorschulklasse bis Klasse 10 einen Migrationshintergrund. Gleichfalls steigt auch der Anteil der Schüler:innen, in deren Familien zu Hause überwiegend kein Deutsch gesprochen wird, leicht auf 34,9 Prozent (Vorjahr 34,6 Prozent) und erreicht einen neuen Höchstwert. Auch hier macht sich die hohe Anzahl von fluchtbedingt zugezogenen Schüler:innen bemerkbar.

2.412 Schüler:innen besuchten zu Schuljahresbeginn eine Basis- oder Internationale Vorbereitungsklasse (738 Schüler:innen weniger als im Vorjahr). Im Vergleich zum Höchstwert in 2022 sind das 1.906 Schüler:innen weniger (-44 Prozent). Insgesamt führen auch weniger Schulen Willkommensklassen, aber die Verteilung auf die Schulformen ist gleichmäßiger: 46 Stadtteilschulen, 42 Gymnasien, 44 Grundschulen und 2 Sonderschulen. 947 Schüler:innen besuchen eine Basis- oder IV-Klasse in einer Stadtteilschule, 846 in einem Gymnasium, 591 in einer Grundschule und 28 in einer Sonderschule.

Auch an den berufsbildenden Schulen zeigt sich dieser Trend: Nur noch 2.025 Schülerinnen und Schüler besuchen eine Ausbildungsvorbereitung für Migrant:innen (AvM) oder eine Alphabetisierungsklasse, 425 weniger als im Vorjahr.

Nach dem Wechsel von der Grundschule auf die weiterführenden Schulen werden im aktuellen Schuljahr (wie im Vorjahr) 49,7 Prozent der Fünftklässler an Stadtteilschulen beschult und 50,3 Prozent auf Gymnasien. Die Verteilung zwischen Stadtteilschulen und Gymnasien ist damit seit vielen Jahren nahezu gleichbleibend. Das 2011 eingeführte 2-Säulen-Modell erweist sich auch weiterhin als sehr stabil und hat hohe Akzeptanz bei Hamburgs Eltern.

Das milliardenschwere Schulausbauprogramm wirkt: Seit 2019 sind 21 neue Schulen gegründet worden, die schon den Schulbetrieb aufgenommen haben. Weitere sieben Schulen sind aktuell im Gründungsprozess und haben bereits Gründungsschulleitungen. Über 120 bestehende Schulen werden zudem saniert, modernisiert und vergrößert. Über 100 Ausbauprojekte davon sind bereits realisiert oder konkret in Umsetzung.

Zum aktuellen Schuljahr 2025/26 waren drei Schulen neu gegründet worden: Die Grundschule Isestraße in Harvestehude, die Grundschule Alte Weiden in Neugraben-Fischbek und die Stadtteilschule Traute-Lafrenz-Schule in Harburg-Kern.

Weitere Informationen finden Sie unter: https://ifbq.hamburg.de/bildungsberichte-und-statistische-analysen/schuljahr-in-zahlen/ sowie www.hamburg.de/schulstatistiken

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